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Das Bergamont Team DH 2008 im Test
geschrieben von Aaron Steinke, erstellt am 06.08.2008

- Einen Ready-to-Race Downhiller für 3000 Euro? Geht nicht, gibt's nicht? Gibt's doch, es hört auf den Namen "Team DH" und kommt aus dem Hause Bergamont aus Hamburg. Gegenüber seinem Vorgänger wurde der Bock für 2008 sowohl von der Geometrie, als auch optisch von der nun stylisch sehr ansprechenden Lackierung her deutlich überarbeitet.

Sechs Wochen durften wir das Bike auf Herz und Nieren testen, und das taten wir auch intensiv. Neben zahlreichen Stunden auf den Local DHs ging es zudem auch wieder nach Bad Wildbad, Todtnau und Willingen. Ob das Team DH seine Versprechungen erfüllt, erfahrt ihr in diesem Bericht.

Das Bergamont Team DH 2008 bei Soulbiker im Test

230mm Federweg am Heck, 203mm an der Front, ein flacherer Lenkwinkel und eine auf DH getrimmte Ausstattung sind die Eckdaten des Team DH. Beim 2008er Modell wurden gleich mehrere Parameter an der Geometrie verändert: 65° Lenkwinkel, 36cm Tretlagerhöhe, Sitzwinkel 65,5°. Die Gabeleinbauhöhe wurde an die RockShox Boxxer Gabel angepasst. Auch am Rohrsatz muss in Sachen Stabilität Einiges passiert sein, da der Rahmen nun knappe 600g mehr auf die Waage bringt und nun nackt mit dem Swinger Coil X4 (Rahmenkit) 6,5kg wiegt.

Optisch präsentiert sich das Bergamont Team DH 2008 in sehr schickem perl-weiß mit rot-blauen Decals. Die fetten Rohre und der massive Hinterbau strahlen einen "Du kriegst mich nicht kaputt"-Flair aus, das 1,5" Steuerrohr tut den Rest dazu, sich auf harten Abfahrtsspaß mit dem Bike zu freuen.

Der Manitou Swinger X4 im Bergamont Team DH

Im Bauch des Eingelenkers mit Umlenk-Hebel arbeitet der zentral gelegene Manitou Swinger Coil X4 Dämpfer und bändigt recht gut die 230mm Federweg der Moto-Link Schwinge. Ganz leicht zu erreichen ist er dort nicht, aber ist er einmal eingestellt erfreut man sich an dem tiefen Schwerpunkt des Bikes.

Der Manitou Swinger X4 im Bergamont Team DH

An der Front eliminiert eine Rock Shox Gabel sämtliche Hindernisse: Die bewährte Boxxer Team wirkt etwas zierlich am Bike, ist allerdings mit 3129g dank Titanfedern auch eine der leichtesten ihrer Klasse. Ihren Job erledigt sie jedenfalls bewährt perfekt. Was will man mehr?

Als Bremsanlage setzt Bergamont am Team DH die Avid Code 5 ein. Von der Bremskraft ihrem großen Bruder Code ebenbürtig bringt sie etwas mehr Gewicht auf die Waage. Dank dem Vierkolben-Bremssattel und 200er Scheiben hatten wir auch auf steilen & längeren Strecken wie Bad Wildbad oder Todtnau keinerlei Fading-Probleme.

Die Avid Code 5 am Bergamont Team DH 2008 

Die restlichen Komponenten sind weit verbreitet und haben sich schon x-fach bewährt. Dazu zählen noch die Truvativ Holzfeller Parts (Innenlager, Kurbeln, Lenker, Vorbau), die Sram X-9 Schaltung, Alex Rims Felgen auf Tattoo Naben (20mm QR / 12mm Steckachse), Maxxis Minion DH Bereifung (Slow Rezay) und der FSA Orbit Extreme Reducer Steuersatz.

Einzig die etwas laute Truvativ Boxguide Kettenführung nervt ein wenig, zudem neigt sie auch hin und wieder mal zum Rausspringen der Kette, wo diese dann wieder mit viel Fleiß und Imbusschlüssel in Position gebracht werden muss, aber das ist ja eher ein altbekanntes Problem der günstigen Boxguide Kettenführungen.

Fahreigenschaften

Das Bergamont Team DH beim Fliegen im Wald

Gleich vorneweg: Das Bergamont Team DH ist ein Bike fürs Grobe. Mit High-Speed durch ruppige Steinfelder shreddern (Bad Wildbad lässt Grüßen!), über fiese Stufen fliegen und in verwurzelte Landungen eintauchen, bei derartigen Aktionen spielt der steife Hinterbau des Bergamonts seine Stärken voll aus und funktioniert hervorragend. Schnell gewinnt man Vertrauen in das softe Fahrwerk und bügelt schon nach kurzer Zeit deutlich sorgloser durch knackige Stellen.

Beim ersten Aufsitzen freut man sich erst mal über den üppigen SAG, der bei den 230mm zur Verfügung steht und den Eindruck vermittelt, nicht auf dem Bike, sondern im Bike zu sitzen. Auch auf dem Trail macht sich selbiger positiv bemerkbar, das Rad klebt satt am Boden.

Das Bergamont im Anlieger

Dank des tiefen Tretlagers und Schwerpunkts liegt das Bike ruhig in Kurven und schnellen Passagen, meistert aber auch technische Abschnitte recht gut, auch in Hinblick auf das hohe Gesamtgewicht von knapp 20 kg. Dieses merkt man wenns mal über etwas flachere Trails oder Tretstücke kurz bergauf geht, auch wenn der Hinterbau trotz des Manitou Swinger Coils X4 nicht übermäßig wippt.

Lorenz bei flugübungen mit dem Bergamont Team DH

In der Luft lässt sich das Bergamont gut kontrollieren und so landet man auch nach ein bisschen rumgestyle auch dort wo man Landen will... :)


Soulbikers Fazit

Mit dem Team DH hat Bergamont einen DH-Worldcup-erprobten Preisknaller auf dem Markt, der sich bestimmt nicht vor seinen Mitbewerbern verstecken muss. Ein tadellos funktionierendes Fahrwerk, DH erprobte Ausstattung und eine sehr gut getroffene Wohlfühl-Geometrie sind Stärken dieses Bikes. Ein Downhiller der Spaß macht!

Potential besteht vielleicht noch bei der Optimierung des Gewichts von knapp 20kg nach unten, aber hey, ein ready-to-race Downhiller der für knapp 3000 Euronen zu haben ist und von vorneweg mit Top-Komponenten wie z.b. der Boxxer Team DH, Holzfeller Parts, Avid Code 5 Bremsen oder SRAM X9 Schaltwerk ausgestattet ist muss erst einmal getoppt werden. Hier muss man sich allerdings auch bewusst sein, das 2kg weniger an Gewicht in der Regel gleich mal ein Loch von 2000€ und mehr in den Geldbeutel reißen!

Das durchaus größere Problem mit dem wir während dieses Tests zu kämpfen hatten war, unsere Testfahrer wieder von dem Bike runter zu bekommen...

Aaron mit dem Bergamont im Wald

Anmerkung:

Wer sich das Team DH selber zusammenstellen möchte, bekommt von Bergamont auch den Rahmenkit für 1799.-€.

Weitere Infos: www.bergamont.de

Bericht: Aaron Steinke
Fotos: Fllo

 

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