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Das Zonenschein Pan Enduro 2007 im Test
geschrieben von Aaron Steinke, erstellt am 20.02.2008

Das Zonenschein Pan Enduro im Test

- „Das könnte das perfekte Enduro-Bike sein“, war unser erster Gedanke als wir das „Pan Enduro“ von Zonenschein sahen. Das Pan AME ist ein abgestützter Eingelenker und kommt mit 160mm vorne sowie hinten daher. Drei Kettenblätter, eine absenkbare Gabel und ein blockierbarer Dämpfer machen so richtig Lust auf Bergtouren. Der wuchtige Vierkant-Hinterbau, sowie ausreichend Federweg deuten auf sichere und spaßige Abfahrten hin. Ob das Bike wirklich diesem ersten Eindruck entspricht, lest ihr in folgendem Soulbiker Testbericht.

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Schneeweiß leuchtet uns das Zonenschein entgegen und wartet noch beinahe unberührt darauf, endlich ins Gelände mit genommen zu werden. Die Blicke wandern das recht steil abfallende Oberrohr entlang zum auffallenden Hinterbau aus Vierkant-Rohren.

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Unterwegs gibt es viel zu entdecken: Stolz prangt ein „Handmade in Germany“ Schriftzug auf dem Steuerrohr, das groß dimensionierte Hauptlager ist beweglich angebracht, Züge und Leitungen sind sauber durch die Hinterbaustrebe verlegt und sorgen für ein aufgeräumtes Heck, und die schön gefrästen Ausfallenden komplettieren den hochwertigen Eindruck, den das Pan Enduro vermittelt. Praktisch orientierte Biker werden sich über ein durchgehendes Sattelrohr freuen, auch eine lange Sattelstütze kann somit problemlos voll versenkt werden.

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Die sehr leichten aber dennoch ausreichend stabilen Laufräder (DT-Swiss Onyx, DT Swiss E540 mit 2ply Maxxis High-Rollern) machen das Zonenschein agil und leicht zu beschleunigen – Ideal also für verspielte Trails.

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Das Sram X7-Schaltwerk und der Umwerfer arbeiten wie gewohnt zuverlässig, Gewichtsfetischisten haben hier die Möglichkeit mit einer leichteren Schaltgruppe ein paar Gramm einzusparen. Gleiches gilt auch für die verbaute Truvativ Stylo 3-fach Kurbel.
 
Eine Kettenführung gehört wegen der verbauten 3fach-Kurbel nicht zur Ausstattung des Pans, allerdings haben wir diese nur bei sehr ruppigen Steinfeldern vermisst, auf „normalen“ Trails gab es keinerlei Probleme mit der Kette.

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Das Cockpit mit sehr kurzem Vorbau und breitem 710mm-Lenker ähnelt dem eines Downhill-Bikes und sorgt in jeder Situation für gute Kontrolle und angenehmes Fahrgefühl – Tourenliebhaber werden hier vielleicht einen längeren Vorbau nachrüsten wollen.
 
Die montierten Avid Juicy Five Bremsen mit 185er Scheiben sind für die meisten Einsätze ausreichend, lediglich unser 90kg Mann beklagte sich bei den langen und steilen Abfahrten am Gardasee zeitweise über leichtes Fading. Größere Scheiben oder späteres Bremsen lösen dieses Problem aber schnell. 

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An der Front sorgen die 160 mm Federweg der RockShox Lyric für ausreichende Reserven bergab. Die Gabel spricht gut an und ist mit praktischen Features ausgestattet. Besonders das Rock Shox eigene U-Turn System, mit dem man die Gabel stufenlos auf 115mm absenken kann, erweist sich bergauf als absolut genial. Mit dem an der Gabelkrone einstellbaren Floodgate lässt sich die Gabel bei Bedarf zusätzlich verhärten, um ein Wippen zu minimieren.

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Die größte Kletterhilfe am Pan Enduro stellt jedoch definitiv der raffinierte RockShox Pearl 3.3 Dämpfer dar. Der auch während der Fahrt gut zu erreichende blaue Einstellhebel ist das Geheimnis: Mit einem Fingerschnippen kann man jederzeit zwischen offenem Floodgate, der stufenlos selbst-wählbaren Einstellung oder einem geschlossenen Floodgate (= blockierter Dämpfer) wählen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wechselt man also bei Bedarf zwischen Hardtail und softem Fully.

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Schnell ist das Umschalten in Fleisch und Blut übergegangen: Bei asphaltierten Anstiegen wird routinemäßig der „Hardtail-Modus“ aktiviert, geht es etwas ruppiger den Berg hoch, so wählt der technikbegeisterte Biker die mittlere Position und oben angekommen wird das Zonenschein – schwuppdiwupp - wieder zum vollwertigen Fully. Klasse!

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Auffahrt zu den Rey-Trails am Gardasee

Wer bei Uphill-Passagen noch komfortabler treten möchte, kann wie oben bereits erwähnt, die RockShox Lyrik über das U-Turn System auf 115mm absenken. In Kombination mit dem blockierten Hinterbau und einer langen, herausgezogenen Sattelstütze kann man somit innerhalb kurzer Zeit die Geometrie von Long-Travel Enduro auf Cross-Country Hobel ändern. Wirklich sehr nett gelöst und für längere Aufwärtsquälereien wirklich toll.

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Nicht nur dank der Federelemente geht das Zonenschein flott die Berge hoch, auch das lange Oberrohr sorgt für eine angenehme Sitzposition. Das Gewicht ist mit 16 kg durchaus angemessen.
Der Hinterbau verhindert auch mit geöffneten Dämpfer-Floodgate wirkungsvoll Wippen.

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Der 2-move-Hinterbau mit dem beweglich aufgehängten Hauptlager funktioniert wunderbar und sorgt für eine recht lineare Federkennlinie, allerdings mit einem spürbaren Losbrechmoment. Federgabel und Hinterbau arbeiten gut zusammen und vermitteln so ein sicheres und ausgewogenes Fahrgefühl. Lediglich bei harten, schnellen Schlägen verliert das Zonenschein etwas an Laufruhe.

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Auch hätten wir uns in einigen Situationen ein bisschen mehr Progression am Ende des Federwegs gewünscht – allerdings sollte man auch bedenken dass in diesem Pan AME zum einen mit dem Pearl 3.3 ein Luftdämpfer werkelt und man zudem keinen Downhill-Boliden unter sich hat.

Soulbiker's Fazit

Zonenschein als doch eher downhill-orientierte Bike Manufaktur hat mit dem Pan Enduro einen echten Allrounder auf den Markt gebracht. Seine wahre Stärke spielt das Bike natürlich in ausgiebigen alpinen Touren aus, wo man sich jede Abfahrt erst hart mit Aufwärtstreten erkämpfen muss. Der Wechsel zwischen Uphill- und Downhillsetup erfolgt mit wenigen Handgriffen innerhalb von Sekunden. Ein Traum für Gardasee und Co.

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Auf dem Trail fährt sich das Bike super quirlig und verspielt, es macht einfach Spaß das Pan durch flowige Kurven gen Tal zu zirkeln und mit dem Pan zu spielen. Das allerdings immer mit dem Hintergedanken das man immer noch auf einem Enduro mit genau auf diese Disziplin dimensionierten Komponenten sitzt, und bergab nicht ganz so auf die Tube drücken kann wie mit einem reinrassigen Freerider oder Downhiller. 2.999,- Euro sind für ein „handmade in Germany“-Bike mit den verbauten Komponenten ein absolut fairer Preis.

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Technische Daten:
Federweg (v / h): 115-160mm / 160mm
Rahmen: Abgestützter Eingelenker mit 2move Kinematik
Lenkwinkel: 68°
Sitzwinkel: 71°
Gewicht o. Pedale: ca. 16kg
Preis: 2999.-€

weitere Infos: www.zonenschein.de

Bericht: Aaron
Fotos: Darko / Lorenz

 

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